Juni 29, 2008

Spanien schlägt Deutschland. Kein Grund zur Panik …

So, nun ist es also passiert. Spanien hat Deutschland bei der Europameisterschaft besiegt. Fußballspielen kann die aktuelle spanische Nationalmanschaft, dass muss man ihr lassen. Aber kein Grund zur Panik. Es gibt immer noch genug Dinge, in denen wir Deutschen besser sind.

Stichwort: Fremdsprachen.

Also ich hatte echt Mitleid mit der spanischen Mannschaft, als sie nach ihrem Sieg »We are the champions« im englischen Original singen mussten. Die Ärmsten. Was soll man von einer Nation erwarten, die selbst in Zeiten der Globalisierung, Worte wie Skateboard (= el monopatín) oder Basketball (= el baloncesto) in die Landessprache übersetzt?

Nehmen wir zum Beispiel diese Coverversion des Elvis Pesley Hits In the Ghetto des spanischen Sängers El Príncipe Gitano. Zum besseren Verständnis ist der englische Originaltext in der mittleren Zeile abgedruckt, in der obersten Zeile steht die Textinterpretation des Sängers. Und das Unglaubliche – er versucht tatsächlich das englische Original nachzusingen:

Und hier noch einmal die selbe Darbietung live im spanischen Fernsehen. Es ist unglaublich mit welcher Inbrunst El Príncipe das Lied singt – man könnte fast meinen, er hätte den Text selbst geschrieben:

Also, wir lieben Deutschen. Lassen wir den Kopf nicht hängen. Wir können alles – sogar ein bisschen Fußball.

¡Hasta la próxima!

Juni 13, 2008

Bosnische Wahrzeichen

Wer regelmäßig mit dem Auto in das Nachkriegsland Bosnien reist, erlebt die Fahrt wie eine Zeitrafferaufnahme. Dort wo sich beispielsweise im einen Jahr noch eine Grenze befand, sieht man im nächsten Jahr wie gerade die letzten Schlagbäume demontiert werden. Andernorts verwandeln sich provisorisch zusammengebastelte Grenzhütten in High-Tech-Zollstationen. An Stellen, an denen sich bei der vorigen Reise nur eine holprige Landstraße befand, ragen nun mehrspurige Autobahnbrücken in den Himmel.

Passiert man schließlich die Grenze nach Bosnien über die Brücke, die in der geteilten Stadt Slavonski Brod über die Save führt (dort wo man bis zur Jahrtausendwende noch von NATO-Soldaten im Schlauchboot übergesetzt wurde) begrüßen selbst hier den Reisenden Schilder, die auf die bald entstehende Autobahn hinweisen.

Fährt man einige Kilometer ins Landesinnere, so wird der “Todesstreifen”, die Aneinanderreihung zerstörter und verlassener Dörfer, die bisher am Straßenrand auftauchten, jedes Jahr schmaler. Die Sicht auf die Ruinen wird plötzlich von zahllosen Häusern verdeckt, die sich im Rohbau befinden. Und zwischen zwei der letzten ausgebrannten Siedlungen taucht wie aus dem Nichts – von grünen Neonröhren illuminiert – eines der Wahrzeichen des neuen Bosniens auf: die hochmoderne Tankstelle.

Bald wird man auch diese letzten Überreste des Krieges auf der Reise nicht mehr sehen können. Wenn erst die neue Autobahn gebaut ist, wird sie dem Reisenden, in kurzen Abständen, immer wieder das Gleiche bieten; den Blick auf das zweite Wahrzeichen des neuen Bosniens: das hochmoderne Einkaufszentrum.

Juni 1, 2008

Köhler for Kaiser!

In den letzten Tagen konnte ein Webauftritt meine besondere Aufmerksamkeit erregen: Die Seite der Kaisertreuen Jugend. Und das nicht nur wegen der grellen Farben (ich sage nur “Knallblau”; man muss es gesehen haben, um mitreden zu können).

Ich finde es ja beruhigend zu wissen, dass es dort draußen irgendwo ein paar junge Leute gibt, die sich noch Gedanken darum machen, wie es mit dir Politik in Deutschland weitergehen soll. Nein wirklich …

Aber wie soll man die Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland nach Neunzig kaiserfreien Jahren durchsetzen? Da gäbe es doch sofort einen Aufschrei durch die Nation: »Wer soll das bezahlen?!«

Laut einem Interview mit zeit.zuender.de sei man sich zwar einig, »dass die Deutschen insgeheim einen Hang zur Monarchie haben«, »Warum sonst explodieren jedes Mal die Einschaltquoten, wenn Rolf Seelmann-Eggebrecht die Geburtstagsparade der Queen kommentiert?«

Aber beim Geld, da bin ich mir sicher, hört die Begeisterung für die erbliche Monarchie auf. Wenn ich mir die Forderungen der Kaisertreuen Jugend ansehe, kommt mir aber ein viel besserer Gedanke, als den, dass man den preußischen Thronprätendenten zum Kaiser krönt.

Wenn ich es richtig verstehe, sehnt sich der Verein nach einem Monarchen, der als Anwalt des Volkes ein Bindeglied zwischen Bevölkerung und Parlament herstellt, der für religiöse Werte und Menschlichkeit einsteht und der Deutschland im Ausland ein Gesicht verleiht. Aber macht das alles nicht auch der aktuelle Bundespräsident – und dass, obwohl man es vor seinem Amtsantritt weder von ihm verlangt, geschweige denn erwartet hatte?

Mein Vorschlag wäre also: Ruft einfach Horst Köhler zum Kaiser auf Lebenszeit aus, dann bräuchte sich die CDU auch nicht mehr mit den unliebsamen Gegenkandidaten von der SPD rumärgern. Die Frage nach der Sinnmäßigkeit des Bundespräsidentenamts würde entfallen, außerdem residiert Köhler eh schon im Schloss Bellevue – was das allein an Kosten sparen würde, das Bundespräsidentenschloss ohne jegliche Umzugskosten zum Kaiserschloss umzudeklarien!

Am besten wäre natürlich, den Papst für die Krönung zu engagieren, damit die kaiserliche Legitimität gewahrt bleibt. (Ist Köhler eigentlich katholisch?) Jetzt, da wir gerade Papst sind, haben wir vielleicht ganz gute Chancen …

Fotos: Quelle – Wikipedia.de, Collage: d.m.

Mai 28, 2008

»Das Foto-Shooting« (Video)

Daniel referiert beim Foto-Shooting am Mannheimer Schloss über Geschichte, sein neues Buch »Die Partie« und die Schwierigkeiten einen Weg in den Mannheimer Quadraten zu erklären.

Musik: »23 maggio« - Men in Route

Mai 16, 2008

Das Cover

Das Cover für »Die Partie« steht fest. Wenn man auf das Bild klickt, sieht man eine große Version.

Vorbestellen kann man das Buch natürlich auch schon: Die Partie. Der Mannheim-Krimi 1

Mai 15, 2008

»Schriftsteller-Wanderung« (Video)

Zu Recherchezwecken wandert Daniel, zusammen mit einem Schriftstellerkollegen, den Heidelberger Schloß-Wolfsbrunnenweg entlang. Sie staunen über die Villa des Chemie-Nobelpreisträgers Carl Bosch, suchen verzweifelt das ehemalige Haus von Albert Speer und beobachten grasende Ziegen im Sonnenuntergang.

Mai 6, 2008

Die Arbeit geht weiter. Wie immer also.

Nachdem die Arbeiten an meinem (aus Lesersicht) nächsten Roman »Die Partie« bereits seit vergangenem Herbst abgeschlossen sind, und ich nach langer, mühsamer und gründlicher Recherche für mein (aus Autorensicht) aktuelles Projekt, dessen Titel hier noch nicht genannt werden soll – nennen wir es vorübergehend einfach »Pfälzer Kriegsgeschichten Sammelsurium« – bin ich nun endlich wieder am Schreiben. Mit Laptop, mit dem Stift, oder was auch immer ich gerade in die Finger bekomme; siehe obige Fotografien von GIONATHAN LO MASCOLO. Die Fotos sind übrigens schon zwei Wochen alt (wie der begabte Hobby-Detektiv sicherlich an dem langärmligen Pullover sogleich erkannt hat).

Außerdem habe ich in diesem Jahr schon eine Biografie als Ghostwriter verfasst. Vielleicht erzähle ich davon irgendwann auch noch etwas Näheres. Wer weiß.

Ach ja, und für alle Leser sei noch erwähnt: »Die Partie« erscheint im Oktober im KEHL VERLAG.
Viel Spaß.

April 15, 2008

Postmoderne Einkaufsfreuden

Vor kurzem übernahm ich, an einem sonnigen Tag, den Frondienst, einen Besuch bei einem großen skandinavischen Möbelhaus anzutreten. Mein Erstaunen war groß, als ich es tatsächlich bis kurz vor die Kasse geschafft hatte, ohne in größere Lethargie zu verfallen … aber eben nur bis kurz vor die Kasse!

Was ich nicht ahnen konnte; dass es bei besagtem Möbelhaus seit einigen Wochen etliche Kassen gab, an denen man nicht mehr mit Bargeld zahlen konnte. So kam es auch, dass ich den Mann, der ein paar Meter in der Schlange vor mir plötzlich umdrehte, nicht weiter beachtete. Vielleicht hatte er ja etwas vergessen, die Scharniere für den Küchenschrank auf seinem Einkaufswagen zum Beispiel, dachte ich. Unwissend.

An der Kasse angekommen, alle Artikel über das Band gezogen und der Kassiererin lächelnd zwei Scheine entgegen streckend, wurde ich mit der traurigen Wahrheit konfrontiert. Der kapitalistische Überwachungswahn nun auch in der Möbelbranche!

Kassiererin: »Aber haben Sie denn nicht das Schild gesehen?! Ist doch riesengroß!«

Ich trat einen Schritt zurück und blickte nach oben. Dann wieder einen Schritt nach vorne, dabei denkend: »Ob das Schild wirklich als riesengroß bezeichnet werden kann, darüber ließe sich herrlich streiten.«

Gesagt habe ich stattdessen (peinlich berührt): »Achso.«

Dann wurde irgendeine Vorgesetzte angerufen, die ging aber nicht an den Apparat, weil sie gerade an der Kasse gegenüber war; dort war dasselbe Problem aufgetreten.

Zum Glück.

Zuerst dachte ich nämlich, ich wäre der Einzige, der nicht nur zu blöd war sich an der richtigen Kasse anzustellen, sondern AUCH NOCH nicht in der Lage war, dann eben mit der EC-Karte zu bezahlen.

Als ich schließlich mit meinem unbeglichenen Kassenzettel an eine andere Kasse geschickt wurde, eine mit der Möglichkeit zur Barzahlung, musste ich wieder warten. Nachdem der Kunde, der gerade bedient wurde, fertig war, fragte ich höflich, ob ich kurz meinen Bon bezahlen dürfte.

Plötzlich eine schrille Frauenstimme, kreischend von der Seite: »Ahhh! Stellen Sie sich hinten an! Ich kann doch nichts dafür, dass Sie zu blöd sind um die Schilder zu lesen!«

Kassiererin 2 (ruhig): »Nein, ich mach das jetzt zuerst fertig.«

Hysterische Frau (rennt weg): »Ich geh jetzt! Niemals wieder kauf ich hier was ein!«

Ehemann der hysterischen Frau (verwirrt an der Kasse zurückbleibend): »Aber was soll das denn jetzt?! Das bringt doch nichts … Blamier’ mich doch nicht immer!«

Nach zehn Sekunden dackelte er frustriert seiner Frau hinterher. Nach weiteren zehn Sekunden hielt ich mein Restgeld in der Hand.

Mittlerweile stand übrigens wieder eine Frau an der Kasse, an der ich zuerst war, und schrie: »WAS?! Wenn ich hier nicht mit Bargeld zahlen kann, dann soll ich wohl alles wieder zurückgeben!? Ihr könnt mich alle mal!«

Dezember 26, 2007

Schweigen . . .

In Gedenken an

Hannes D.

30.11.1982 - 20.12.2007

» Alles hat seine Zeit und alles Vorhaben
unter dem Himmel hat seine Stunde:

geboren werden hat seine Zeit,

sterben hat seine Zeit;
einpflanzen hat seine Zeit,

ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit.
Weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit. «

Die Bibel, Prediger 3

Juli 26, 2007

Mannheim im Mai

Im Oktober erscheint der Kurzgeschichtenband »Mannheimer Morde« im Kehl Verlag. Von mir wird sich darin die Geschichte »Mannheim im Mai« finden lassen.

Am 4. Oktober wird es dann auch noch eine Buchpräsentation bei Buch Kober geben …

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